Mark Zuckerberg ist der CEO des neuem Typs: Motivator und Markenbotschafter

Mark Zuckerberg steht für einen neuen Unternehmertyp: Der den großen Auftritt beherrscht und sich authentisch inszeniert. Der Facebook-Gründer gibt eine klare Unternehmenslinie vor und lebt Digitalisierung und Innovation. Deutsche CEO’s können sich von dem Facebook-Gründer eine Menge abschauen, findet Regina Mehler, Geschäftsführerin der Markenberatung 1ST Row, Referentin der Uni St.Gallen und CEO der Rednerinnen-Vermittlungsagentur Woman Speaker Foundation (Gastbeitrag)

Digitalisierung, Transformation, Innovation – Unternehmen stehen vor großen Aufgaben. Der Druck auf CEOs wächst. Ihnen kommt die Rolle des Motivators und Markenbotschafters zu, der den digitalen Wandel nach innen und außen vertreten muss – glaubhaft. In meiner täglichen Arbeit mit Führungspersönlichkeiten zeichnet sich deutlich ab, dass ein neuer Typus von Unternehmer und Unternehmenslenker gefragt ist. Er muss die Innovation und Digitalisierung leben und nach innen wie außen sichtbar machen, einen neuen Spirit mitbringen und Mitarbeiter wie Kunden überzeugen. Gelungenes Leadership Branding wird dabei zum existenziellen Instrument.

 

Mark Zuckerberg als persönliche Marke

Ein hervorragendes Beispiel in Sachen Leadership Branding ist Facebook-Co-Gründer Mark Zuckerberg. Auch wenn er sich geschäftlich nicht gern in die Karten schauen lässt, und kritischen Fragen von Journalisten ausweicht, inszeniert er seine persönliche Marke professionell. Diese vier Prinzipien lassen sich analysieren, die für eine erfolgreiche Personenmarke heute entscheidend sind:

 

1. Visual Storytelling und Präsenz in den digitalen Medien

Mark Zuckerberg versteht es geschickt, alle modernen Unternehmenswerte – von der Innovation über Nachhaltigkeit bis hin zur Work-Live-Balance – persönlich vorzuleben und geschickt zu visualisieren. In Jeans und T-Shirt präsentiert er etwa eine für heutige Unternehmenslenker entscheidende Hands-on-Mentalität.

 

Der nahbare, familienfreundliche Unternehmenslenker

Eine weitere visuelle Botschaft liegt in seinen immer gleichen Outfits: Er konzentriert sich aufs Wesentliche. Zudem arbeitet der Facebook Co-Gründer nicht in einem repräsentativen Einzelbüro in der Chefetage – sein Schreibtisch steht mitten in einem riesigen Open Office des Konzerns. Einblicke in sein privates Leben gewährt er regelmäßig auf seinen digitalen Plattformen Facebook und Instagram – und wird so zum nahbaren, familienfreundlichen Unternehmenslenker.

Viel besser noch versteht er den großen Auftritt mit Symbolcharakter. Wenn er sich wie auf dem Mobile World Congress inmitten eines VR(Virtual Reality)-bebrillten Publikums ablichten lässt, erscheint er als der Zukunftsmacher schlechthin.

 

2. Der Blick nach vorne: Klare Botschaften und Visionen

Nur wenn alle Mitarbeiter wissen, in welche Richtung sie laufen müssen und damit auch alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann die Mammutaufgabe digitale Transformation gelingen. Das geht nur mit klaren Botschaften, die deutlich nach draußen gesendet werden.

 

Auf der F8-Entwicklerkonferenz skizzierte Mark Zuckerberg seine Vision für die kommenden zehn Jahre – und das nicht nur bezogen auf Facebook, sondern die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen.

 

Kleine Botschaften als Unternehmenskultur – Mitarbeiter tragen sie gerne weiter

Kleines Karo war gestern. Zuckerberg hat immer klare Botschaften im Gepäck. Botschaften, die inspirieren sollen, die von den Mitarbeitern angenommen und gern weiter getragen werden, gehören inzwischen fest zur Facebook-Unternehmenskultur. So hat es etwa gerade Marianne Dölz, Facebook-Country Director der Region Deutschland, Österreich und Schweiz, auf dem Innovation Summit mit der Deutscher Bahn in Frankfurt getan und dort mit Facebook-Sätzen, wie „Better done than perfect“ oder „What would you do if you weren´t afraid“ inspiriert.

 

3. Gemeinsam sind wir stark: Teamplayer

Immer wieder betont der Unternehmer Zuckerberg, dass einer allein niemals die beste Lösung voranbringen kann. Dazu passt, dass Zuckerberg auch offen dafür ist, Feedback von seinen Mitarbeitern anzunehmen. Regelmäßig stellt er sich den Fragen seiner Beschäftigten. Im Zeitalter des War of Talents und des Kritischen Verbrauchers sind Führungspersonen, die authentisch im Sinne des Unternehmens auftreten, ein klarer Wettbewerbsvorteil: Erkenne ich als Bewerber, Mitarbeiter oder Kunde, wofür das Unternehmen steht? Kann ich mich mit der Haltung identifizieren? Sprechen sie dort meine Sprache? Verfolgen sie Ziele, die ich gut finde?

 

4. Die neuen Werte: Mutig, offen und authentisch

Vom Silicon Valley nach Deutschland: In einer mutigen, offenen und authentischen Kommunikation liegt eine große Chance für deutsche Konzerne und Mittelständler. Es geht darum, dass Innovation nicht nur in den eigenen vier Firmenwänden passiert, sondern die Haltung, Ideen und Themen des Unternehmens draußen sichtbar werden. Der oberste Absender muss der Unternehmenslenker sein. Die meist zitierten Beispiele der letzten Jahre waren Claus Hipp und dm-Gründer Götz Werner, die nachweislich den Erfolg des Unternehmens beeinflussten.

 

Doch neue Leadership-Brands leben bereits die oben beschriebenen Prinzipien:

 

Beispiel Opel: Der Konzern hat verstanden, dass ein „Umparken im Kopf“ überlebenswichtig ist und Digitalisierung und Innovation in diesem Prozess neben hervorragenden Produkten zu den wichtigsten Vehikeln gehören. Und war auch mutig genug, das Thema durchzuziehen. Nicht nur Marketingchefin Tina Müller, sondern auch Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, treten selbst dafür öffentlich immer wieder ein.

 

Auch Opel-CEO Neumann twittert selbst für seine 12.800 Follower

So twittert etwa der Opel-CEO regelmäßig auf einem eigenen Account und konnte damit schon mehr als 12.800 Follower gewinnen. Er präsentiert sich nicht nur regelmäßig auf Events der Automobilbranche, sondern ist auch auf ganz anderen Plattformen anzutreffen, etwa im Influencer-Programm des internationalen Karriereportals LinkedIn oder als Autor für die deutsche Karriereplattform Xing. Im wachsenden Wettbewerb um die besten Talente haben authentische und kompetente Beiträge, in denen der CEO über den eigenen Tellerrand blickt und sein Know how teilt, nachhaltige Wirkung.

 

Noch stärker sind seine Auftritte im zweiwöchigen Youtube-Webcast. Wenn er mit sympathischem Lächeln seine Community in jedem Clip mit „Dear Friends and Followers“ begrüßt und neue innovative Produkte des Konzerns selbst ausprobiert, ist es ganz klar, dass er hinter der Marke Opel steht und die Trendwende des Automobilherstellers mit ganzem Herzen vorantreibt.

 

Zetsche in Jeans und Turnschuhen – und mit Humor als Botschafter für junge Leute

Ein zweites Beispiel, wie sich ein Unternehmensmanager heute präsentieren muss, stammt ebenfalls aus einem Automobilkonzern – vielleicht ein Zeichen, wie stark diese Branche von disruptiven Trends bedroht ist. Dieter Zetsche wagte auf der jüngsten Noah Conference in Berlin den Dialog mit Travis Kalanick, einem Superstar der Digitalisierung. Das ist kein gewöhnlicher Auftritt für einen Daimler-Chef. Zetsche nutzt ihn für sich und zeigt dem jungen Publikum ohne Krawatte, in Jeans und Turnschuhen, dass sein Konzern die neue Zeit verstanden hat. Mit klaren Worten, nahbar und authentisch mit einer Portion Humor.

 

Vaude-Chefin von Dewitz als Rennradfahrerin mit Work-Life-Balance

Jenseits der Automobilbranche ist Antje von Dewitz, Chefin der Marke Vaude, ein wunderbares Beispiel für gelungenes Leadership Branding. Mit Mut hat sie die alte Unternehmenskultur des Outdoor-Ausrüsters gedreht. Stand früher mit ihrem Vater das Modell Einsamer Entscheider an der Spitze, macht nun eine Frau den Weg frei für ein modernes Unternehmen mit neuen Teamstrukturen und flexiblen Arbeitszeitmodellen. Sie verfolgt die Vision von einem ökologisch produzierenden und handelnden Produzenten. Ganz entscheidend ist aber: Antje von Dewitz lebt diese Vision und trägt ihr Markenversprechen deutlich sichtbar nach außen – etwa, wenn sie mit ihrem Rennrad zur Arbeit kommt, sich den Fotografen in grüner Funktionsjacke zeigt oder an zwei Nachmittagen pünktlich um 17 Uhr das Büro verlässt.

 

Das alles zahlt sich aus: Sie hat nicht nur Preise für ihr Engagement gewonnen und zahlreiche positive Presseberichte ausgelöst, sondern konnte in den letzten Jahren auch den Umsatz deutlich steigern. Das sollte auch Skeptiker milde stimmen: Wenn am Ende die Zahlen passen, ist das das beste Argument für das Thema Leadership Branding.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Zenobia Mullins (Donnerstag, 02 Februar 2017 22:21)


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